Umweltfreundlich Heizen mit „kalter Nahwärme“ – Exkursion am 09.07.2019

Bürogebäude der nächsten Generation – Exkursion am 09.05.2019
13. Mai 2019

Am 09. Juli bot das Kompetenzzentrum Wärme&Wohnen des Instituts für neue Energie-Systeme (InES) der Technischen Hochschule Ingolstadt interessierten Personen aus Wirtschaft, Forschung und Politik die Möglichkeit, ein zukunftsweisendes Energiekonzept in einem Neubaugebiet in Friedberg bei Augsburg kennenzulernen. Im Rahmen einer Exkursion wurde den Veranstaltungsteilnehmern aufgezeigt wie ein sogenanntes „kaltes Nahwärmesystem“ die dortigen Wohneinheiten mit Heizwärme und Warmwasser versorgt.

Ende 2018 wurde im Friedberger Neubaugebiet an der Afrastraße ein zukunftsweisendes Energiekonzept mit „kalter Nahwärme“ umgesetzt. Mehr als 200 Wohneinheiten können damit besonders energieeffizient und klimaschonend mit Heizwärme und Warmwasser versorgt werden. Zur Realisierung des Projekts wurden drei Entnahme- und zwei Schluckbrunnen mit einer Tiefe von jeweils zwischen sechs und zehn Metern angelegt. Zusätzlich wurde ein Funktionsgebäude mit der Übergabestation errichtet. Die darin installierten Wärmetauscher übertragen die Umweltwärme des Grundwassers an den Solekreislauf des Verteilnetzes. Die Leitungen bis zum jeweiligen Grundstück wurden bereits während der Erschließung des Neubaugebietes verlegt. Mit dem kalten Nahwärmenetz, welches im Auftrag der Stadtwerke Friedberg bei Augsburg durch die Lechwerke (LEW) umgesetzt wurde, wurde eine ökologisch wie wirtschaftlich attraktive Infrastruktur geschaffen.

Ulrich Haselbeck, Kommunalmanagement der LEW, stellte in seinem Vortrag den rund 35 anwesenden Personen neben dem in Friedberg umgesetzten „kalten Nahwärmesystem“ noch weitere energieeffiziente Wärmekonzepte vor. Dabei wurde auch die Wichtigkeit der zukünftigen Deckung des steigenden Strombedarfes durch erneuerbare Energien betont. Darauffolgend berichtete Holger Grünaug, Werkleiter der Stadtwerke Friedberg, in seinem Vortrag über die ersten Erfahrungen mit der Projektumsetzung eines „kalten Wärmenetzes“ in Friedberg und betonte dabei wie wichtig die politische Unterstützung und die Erfahrungen der Planungs- und Umsetzungspartner bei der Verwirklichung waren. Die Teilnehmer hatten anschließend noch die Gelegenheit sich mit den Umsetzungspartnern auszutauschen und sich einen eigenen Eindruck vom Neubaugebiet mit dem „kalten Nahwärmesystem“ zu machen.

Das Kompetenzzentrum Wärme&Wohnen stellt mit seinen Exkursionen marktfähige und innovative Projekte aus den Bereichen der Wärmeversorgung und Wärmebereitstellung für Wohngebäude und darüber hinaus vor. Damit sollen sowohl der Wissenstransfer als auch die Diskussion über die Zukunft der Erneuerbaren Energien und der zugehörigen Technologien gefördert werden. Das Kompetenzzentrum wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und den Freistaat Bayern gefördert.

 

 

Nach den beiden Vorträgen von Ulrich Haselbeck und Holger Grünaug entwickelte sich eine rege Diskussion über Planung, Umsetzung und Betrieb des „kalten Nahwärmesystems“ in Friedberg.
Während der Besichtigung des Neubaugebietes in der Afrastraße in Friedberg konnten die Teilnehmer das Funktionsgebäude (Wärmetauscher, Übergabestation Solekreislauf etc.) besichtigen und dabei noch weitere Fragen mit den Umsetzungspartnern erörtern.